Die Lichter gehen aus

Es ist ein stiller Abschied: Triers „französisches Viertel“ schließt noch in diesem Sommer die Pforten. Die Siedlung zwischen Campus 2 und Regenbogenviertel wird den meisten Studis, wenn überhaupt, höchstens als Abkürzung zur Bushaltestelle bekannt sein.
Dabei blickt das „Belvedere-Viertel“ auf eine fast 50-jährige Bestehensgeschichte zurück: Um dem in Trier stationierten französischen Militärpersonal Wohnraum in direkter Nähe zu geben, waren in den 50er und 60er Jahren etliche Wohnhäuser nebst Kindergarten, Grundschule und Rathaus gebaut worden. Vom militärisch genutzten Areal ist indes längst nichts mehr zu sehen; dort befinden sich heute Landesgartenschau-Gelände, Unicampus und Wissenschaftspark. Übrig geblieben ist das Wohnviertel, in dem auch zehn Jahre nach dem Ende der Stationierung französischer Truppen in Trier noch viele französische Familien wohnen.
Da nun die Stationierung in Saarburg ebenfalls endet, heißt es für die verbliebenen Bewohner Abschied nehmen. Der dürfte in Anbetracht des verwaisten Viertels nicht allzu schwer fallen. Inwieweit das Viertel zukünftig genutzt wird, ist unklar. Der nach wie vor prekären Wohnssituation in Trier könnten neue Wohnungen - vor allem für Studierende - sicher nur gut tun. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass dem nahegelegenen Wirtschaftsstandort Wissenschaftspark weitere Firmen angeschlossen werden.