Kurfürst in neuem Glanz

Er muss im Grab rotiert haben wie ein Kreisel, jetzt darf sich Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier (1285-1354) wieder in Rücklage drehen: Die Stadt Trier hat seinem Denkmal am Balduinsbrunnen endlich die lang überfällige Restaurierung beschert.
Der schon vor langer Zeit weitgehend außer Betrieb gesetzte Brunnen und das umliegende Areal in Bahnhofsnähe waren in den letzten Jahren zusehends verwahrlost und vom historischen Denkmal zum historischen Schandfleck geworden. Brunnenanlage, Statue und Vorplatz sind nun vollständig saniert und erstrahlen in neuem Glanz - die Veränderung ist so auffällig, dass viele Passanten unvermittelt stehen bleiben. Die Instandsetzung war nötig geworden, da durch Absenkung des Bodens um die Anlage Risse im Bauwerk entstanden waren. Unkontrollierter Pflanzenbewuchs tat sein übriges.
Rund 300.000 Euro sind in die aufwendige Restaurierung geflossen, von denen die Stadt selbst nur etwa ein Drittel trägt. Die restlichen Mittel wurden vom Bund sowie der „Trier Gesellschaft“ aufgebracht. Oberbürgermeister Klaus Jensen kündigte weitere Schritte zur Aufhübschung des Bahnhofsviertels an, was man hinsichtlich der maroden Bausubstanzen rund um den Verkehrknotenpunkt Balduinsbrunnen wohl nur begrüßen kann. In Anbetracht der klammen kommunalen Kassen dürfte das jedoch ein langfristiger Prozess werden.