Fahr mal hin: Der Petrisberg

Normalerweise stellen wir in dieser Rubrik Orte vor, die nicht mit einer zehnminütigen Busfahrt erreichbar sind. Vorschlag der Redaktion für diese Ausgabe: „Nimm‘ doch Saarbrücken!“. Naja, warum nicht. Ich fahre sowieso öfter durch, verpasse meinen Anschlusszug und stecke dann eine geschlagene Stunde in der Weltmetropole fest. Also, die bezauberndsten Ecken der Stadt sind… sind… nee, im Ernst: Als Pfälzer kann ich das einfach nicht schreiben. Liebe Saarländer, verzeiht mir: Da suche ich mir doch lieber was anderes aus. Zum Beispiel meinen Wohnort, denn Gutes kann so nah sein -  in Triers grünstem Stadtteil, dem Petrisberg. Vorurteil Nummer eins: „Da gibt‘s nur den Geocampus, ein paar Wohnheime und sonst nichts.“ Meilenweit gefehlt, der Petrisberg ist nämlich das ideale Freizeitziel für die Sommermonate.

Der wichtigste Grund dafür ist das Landesgartenschaugelände. Die LGS fiel damals ins Wasser; aber das übriggebliebene Areal hat sich für Trier als Riesenwurf entpuppt. Hier gibt‘s alles, was bei gutem Wetter Spaß macht: Ein Restaurant mit riesiger Terrasse, Beachvolleyball-, Fußballfelder und einen Basketballplatz und riesige Grünflächen zum Chillen, Sonnenbaden, Frisbee werfen oder Drachen steigen lassen (wahnwitzige Windgeschwindigkeiten!). Mit dem „Turm Luxemburg“ gilt es das wahrscheinlich rostigste Gebilde der Welt zu betreten. Veranstaltungen in der Konzertmuschel oder Jazzkonzerte im gegenüberliegenden Berghang sorgen für Hörkost. 
Logischerweise punktet der Petrisberg auch mit einer, für Berge sowieso nicht ganz untypischen, genialen Aussicht. Deswegen empfiehlt sich ein Spaziergang durch die Weinberge Richtung Aussichtspunkt in der Sickingenstraße. Trier sieht von oben klasse aus! Wer einen Hund hat, nimmt ihn mit: Vierbeiner lieben die Gegend. Zurück geht es über die Promenade in den Wissenschaftspark, den man auch mal gesehen haben sollte - und wenn es nur für das „Wasserband“ oder die grotesken Klötzchenhäuser ist, die dort zum architektonischen Normalmaß gehören.

An sonnigen Wochenden tummelt sich halb Trier auf dem Petrisberg; wer sich die besten Plätze im Grün oder einen Parkplatz sichern möchte, ist mit einer frühen Anreise gut beraten.

Zu erreichen ist der Petrisberg entweder zu Fuß - durch die Weinberge aus der Stadt, über den Fahrradweg Richtung zwischen den beiden Campi - oder bequem mit dem Bus (Linie 14 oder aus der Stadt, Linie 4 von Campus 1). Wir sehen uns!
Und nächstes mal bei „Fahr‘ mal hin“: Vielleicht Saarbrücken? Hmm….