Alles Gute zum 40. …

Liebe, Gute, im Herzen jung gebliebene Universität Trier: Zu Deinem Jubeljahr möchte dir neben all den Honoratioren auch die Nuntia von ganzem Herzen gratulieren. Seit nunmehr 40 Jahren schon hältst du uns Studenten, pardon, Studierenden die Großhirne auf Trab, gibst den meisten unserer Tagen Struktur und, viel wichtiger noch, gibst Anlass zu jährlich wiederkehrenden, im großen und ganzen fruchtlosen Protesten. Was wären wir nur ohne dich?

Zwar ist deine äußere Erscheinung nicht unbedingt von seltenem Reiz und an einigen Stellen könntest du auch ruhig ein paar verjüngende Schönheits-OPs gebrauchen, doch deine vertraute und heimelige Atmosphäre verleiht dir einen Charme, der uns über solch nichtige Äußerlichkeiten hinwegsehen lässt.

Und nicht nur wir, die Jungen, die aktuelle Studenten-, pardon, Studierendengeneration, schon unsere Mütter und Väter konnten sich in Deinem sicheren Schoß an großem Gedankengut, realitätsfremden Idealen und hochtrabenden Reden ausprobieren, ohne die Ecken und Kanten der großen, bösen Welt da draußen fürchten zu müssen. Du schützt uns vor komplizierten Steuererklärungen und abzuschließenden Versicherungen, vor allzu schlimm nörgelnden Chefs und tratschenden Kollegen und wenigstens ein paar Jahre vor akuter Langweile durch Beschäftigungslosigkeit. Sogar drohender Arbeitslosigkeit wird unter deinem wohlwollenden Blick zuversichtlich entgegengesehen

Denn schließlich zeigst du uns jedes Semesterende, dass es doch immer wie- der klappen kann und dass selbst bei völliger Ahnungslosigkeit ein sicheres Auftreten viel bewirken kann. Du lehrst uns die Tricks und Kniffe, die wir im späteren Leben bestimmt einmal brauchen werden: Selbstvertrauen, selbstsicheres Auftreten und die Fähigkeit wichtige Informationen überall herbekommen zu können. Wir erhalten also nicht nur eine akademische Ausbildung, sondern wir lernen in deinen Mauern wirklich etwas fürs Leben, womit sich andere Institutionen zu Unrecht rühmen.

Du bist der Ort zwischen Schule und dem Ernst des Lebens, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen können und an den wir in spätestens zehn Jahren mit einem lauten Seufzer zurückdenken werden, wenn der Arbeitsmarkt uns verschlungen oder längst schon wieder aus- gespuckt hat.

Egal wie sehr Du uns manchmal quälst mit Studienreformen, -Gebühren, Professorenmangel, fehlenden oder verworrenen Studienordnungen, Du warst doch immer wieder auch gut zu uns, hast uns gehätschelt und gepflegt und wenn wir eins bei Dir gelernt haben, so ist es das Feiern! Denn auch wenn man am Montag verkatert zu einer Vorlesung erscheint, du nimmst es uns auch nicht übel, wenn wir auf den Tischen unseren Rausch ausschlafen, wenn wir nach einer durchzechten Nacht keine 100%-ige Leistung bringen können und wenn wir dem Feiern zuliebe einen Schein nicht bekommen, machst du uns immer wie- der Alternativen auf. Deshalb, allen Krisen und Protesten zum Trotz, hoch die Tassen auf die nächsten 40 Jahre!